Ein gutes Online Training ist eben mehr als ein Webinar

Webinar steht für Seminar im Web. Doch was ist ein Seminar? Worin liegt der Unterschied zum Webinar und wie funktionieren gute Online Trainings? 

 

Wikipedia sagt: "Ein Seminar ist eine Lern- und Lehrveranstaltung, die dazu dient, Wissen in kleinen bis mittelgroßen Gruppen interaktiv zu erwerben oder zu vertiefen."

 

Der Duden definiert: "Lehrveranstaltung [an einer Hochschule], bei der die Teilnehmer[innen] unter [wissenschaftlicher] Anleitung bestimmte Themen erarbeiten."

 

Ein Webinar - was nach der Wortbedeutung allein dann ein Seminar im Web ist, ist laut Duden ein "online stattfindendes Seminar (1); Kurs (3a) im Web, bei dem Fragen zu Präsentationen o. Ä. live gestellt und beantwortet werden." 

Dabei ist es jedoch in der Realität weniger interaktiv und nicht geprägt durch Erarbeiten oder Vertiefen. Ein Webinar wird häufig genutzt, um einer großen Anzahl von Menschen einen Vortrag im Netz zu ermöglichen. Häufig werden reines Wissen oder Informationen vermittelt, die Teilnehmer sind stummgeschaltet und haben - außer per Chat - selten die Möglichkeit Fragen zu stellen. 

 

Was ist denn dann ein Online Training?

 

Ein Online Training ist eher mit einem Training in Präsenzform zu vergleichen. Es ist interaktiv, beinhaltet Gruppenübungen, Austausch und viele Möglichkeiten, Fragen zu stellen. Geht das denn überhaupt im virtuellen Raum? JA! 

 

Ich arbeite in der Praxis sehr häufig mit Menschen, die wenig bis keine Medienkompetenzen besitzen, gerade mal ein Smartphone bedienen und auch bisher keine virtuellen Räume genutzt haben, um digital zu lernen. Manche haben seit der beginnenden Pandemie im Frühjahr 2020 Zoom durch einen Sportkurs kennengelernt, andere haben ein wenig Berührung durch beruflich stattfindende virtuelle Meetings, aber die wenigsten haben Weiterbildung Online erlebt.  

 

Diese Menschen gehen oft sehr positiv und motiviert aus meinen Online Kursen, weil sie erleben, wie gut das doch funktioniert und wie einfach Vieles zu bedienen ist. Gerade gestern endete eine Weiterbildung mit 9 Teilnehmern aus dem Einzelhandel, die lernen wollten, wie sie auch in Zukunft ihren Mitarbeitern und Kollegen Wissen vermitteln und virtuell trainieren können. Besonders neugierig aber auch skeptisch starteten einige in Tag 1. Mich freut besonders Feedback wie "dass das so lebendig und lustig sein kann..." oder "Ich bin begeistert, wie einfach es doch ist.".

 

Was muss man beachten, wenn man Online Trainings konzipiert?

 

Zunächst ist es natürlich wichtig, die regulären Konzeptionsschritte wie bei einem Präsenztraining auch zu gehen:

 

  • Bedarfsermittlung
  • Planung & Organisation
  • Methodenauswahl & Tools
  • Transfersicherung
  • Evaluation 

Schon bei der Bedarfsermittlung können Sie ein Online Formular oder eine PDF nutzen, ich empfehle hier mit einem Business Canvas als Grundlage zu arbeiten. Wichtig ist, dass Sie natürlich genau erfragen, was vermittelt und gelernt werden soll. Meine Lieblingsfrage ist die folgende: Woran merken Sie, dass Ihr Teilnehmer/ Mitarbeiter in meinem training war? Was soll er danach können?

 

Und dann gehts samt der Planung in die Konzeptionierung. Bei guten Online Trainings kommt es auf die Interaktion und Beteiligung der Teilnehmenden an. Welche Methoden und Tools eignen sich für die Wissensvermittlung, den Austausch und die Erarbeitung von Wissen? 

 

Wissensvermittlung

 

Mein Tipp: Versuchen Sie es mal mit der Flippend Classroom Methode. 

Versenden Sie vor einem Training das Material zum Selbststudium. Dies kann über eine Lernplattform geschehen oder natürlich auch via E-Mail. Nutzen Sie hierzu mehr als PDFs, auch Webseiten- Links, Videos oder eigens erstellte Erklärfilme sind super Lernhäppchen. Gut erstelltes Material motiviert die Teilnehmenden sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich gut vorzubereiten. 

Im Training selbst haben Sie dann genug Zeit, um die erlernten Dinge zu vertiefen. 

 

Austausch

 

Eine unerlässliche Methode ist natürlich die Gruppenübung. Dies geht auch im virtuellen Raum - mit dem richtigen Tool. Ich arbeite am liebsten mit Zoom, da lassen sich Breakout Sessions wunderbar steuern, als Trainer wechselt man dann von Raum zu Raum und unterstützt beim Austausch. Man kann den Kleingruppen nun konkrete Aufgaben stellen, sie Dinge erarbeiten lassen oder sie sich einfach zu einem Thema austauschen lassen. Ich bevorzuge dabei, eine virtuelle Pinnwand oder ein Whiteboard dazu zu schalten, dann können die Ergebnisse auch dokumentiert werden.

 

Erarbeitung von Wissen

 

Natürlich müssen Teilnehmer eines Trainings auch Wissen mitnehmen. Dazu können Sie als Trainer ein Referat oder einen Impulsvortrag halten, um Wissen zu vermitteln. Ich mag es allerdings lieber, wenn sich Teilnehmer selbst etwas erarbeiten. Das führt in der Regel dazu, dass Teilnehmende das Training spannender und interessanter finden, aber sie das Wissen auch einfach länger behalten. Das hängt natürlich mit den Lerntypen zusammen. Denn nach dem Prinzip 'Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.' (Konfuzius)  funktioniert fast jeder Lernende. 

 

Wie kann ich nun aber die Teilnehmenden etwas im Online Training erarbeiten lassen?

Ich selbst arbeite mit einer Lernplattform. Das ist eine Webseite, die für einzelne Kurse bzw. Trainings angelegt ist, und jeder Teilnehmer erhält einen individuellen Zugang dazu. 

Diese Plattform fülle ich vor und während, aber auch nach dem Training mit Wissen. Hier erhalten also die Teilnehmer eine konkrete Aufgabe (Text, Video, Link), den sie dann in einer entsprechenden Zeit erarbeiten müssen. Meistens lasse ich sie einzeln oder in Kleingruppen daran arbeiten, wieder werden die Ergebnisse schriftlich dokumentiert. 

 

Halten wir also fest, ein gutes Online Training bedeutet Interaktion, Bewegung, Austausch und lebendige Teilnehmer. Zumindest für mich. 

 

 

 

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Bedarfsermittlung
mit einem Business Canvas
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