Fachkräfte im Fachkräftemangel- Dschungel - Wieso sie da so schwer raus finden.

In meiner letzten Karriere Beratung für Fachkräfte wurde wieder eins sehr deutlich: Menschen mit guter Bildung und langjähriger Erfahrung im Job finden nur sehr schwer einen neuen Job. Sie verharren letztlich ewig in einer Firma, in der sie nicht weiter kommen, oder wo sie zunehmend unglücklich werden.

 

Unternehmen auf der anderen Seite suchen teilweise Monate nach geeigneten Fachkräften, verzweifeln am "Fachkräftemangel" und sind frustriert. Gute, loyale Leute scheinen nicht da zu sein. Wie kann das sein?

 

Während der Jobsuchende wochenlang Stellenanzeigen recherchiert, diverse Webseiten und Jobbörsen durchforstet (die gängigen, die mir immer wieder unterkommen: Stepstone.de, meinestadt.de, indeed.de) und es schwer hat, überhaupt offene Stellen zu finden, postet das Unternehmen seine Stellen zumeist auf der eigenen Homepage (sehr sicher vor google und indeed) und wartet. Denn da geht es ja schon los. Sie finden sich nicht.

 

Doch, wenn sie sich finden, dann geben die Suchenden schnell wieder auf. Warum? Nun, das hat viele Gründe.

 

Überzogene Forderungen

Wer nicht geübt im Lesen von Stellenausschreibungen ist, liest dort Anforderungen, die erstmal abschrecken. Sie lesen nicht die Wörter "wäre schön, wenn... " sondern nur, was sie alles können und mitbringen müssen. Verzweifelt und überfordert geben Sie auf.

 

Schlechte Arbeitsbedingungen

Viele meiner Fachkräfte, die ich berate, haben unterschiedliche Anforderungen an einen Job, vor allem, was die Flexibilität angeht. Der eine braucht kurze Arbeitswege, der andere muss in Teilzeit arbeiten, der nächste in Vollzeit, um Kinder zu betreuen. In den Stellenausschreibungen wird aber häufig nur entweder oder angeboten. Das filtert eine Menge Jobs und Fachkräfte raus. Der eine, der nach Vollzeit sucht, findet den besten Arbeitgeber der Umgebung gar nicht, weil der nur Teilzeit sucht. Und umgekehrt.

 

Aufwändige Bewerbungsprozesse

"Hier bewerben" - ist schnell geklickt, aber dann stehen viele schon vor dem nächsten Rätsel. Einen Account anlegen? Viele Daten einzeln eingeben? Dokumente hochladen? Fragen beantworten? "oh.. das mache ich dann später..." Oder nie.

Wer sich nicht täglich mit digitalen Tools rumschlägt, oder überhaupt täglich am eigenen PC sitzt, ist schnell überfordert und gibt spätestens hier auf. Sternchen für Pflichtfelder sehen sie gar nicht mehr. Denn wenn dann sowohl Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse und Zertifikate jeweils einzeln als PDF hochgeladen werden müssen (*!), dann ists am Ende ganz aus.

 

Schlechte Erfahrungen mit der Resonanz

Viele meiner Coachees berichten mir, dass sie bei 30 Bewerbungen höchstens 5 Reaktionen bekommen. Bei manchen kommt nach dem ersten Bewerbungsgespräch auch nie wieder ein Zeichen, oder simple standardisierte Sätze per E-Mail, die allgemeiner und distanzierter gar nicht sein können. Gut, nun kostet eine Online Bewerbung nicht mehr so viel wie eine Papier- Bewerbung samt Mappe und teurem Passbild, aber es macht viel mit der eigenen Persönlichkeit. Es verändert Haltungen, es nagt am Selbstbewusstsein und lässt schnell an sich selbst zweifeln.

 

Vom Bittsteller zum Lemming

Viele der Fachkräfte werden als Bewerber bezeichnet, und so fühlen sie sich auch. Als Bittsteller. Was ist aus der Idee geworden, gute Leute mit sehr guten Ressourcen einzustellen? Menschen, die Wissen und Fähigkeiten mitbringen, die dem Unternehmen nutzen und es voran bringen? Ohne diese Menschen geht ein Unternehmen schnell den Bach hinunter. Es könnte ohne diese Menschen gar nicht existieren, oder gar expandieren.

 

Wäre es nicht toll, wenn Menschen auf Menschen zugingen?

Wäre es nicht einfacher, sich auf Augenhöhe auszutauschen und sich gegenseitig einfach kennenzulernen?

 

Welche Kompetenzen bräuchte es Ihrer Meinung ach auf beiden Seiten?


Erfahrungen & Bewertungen zu Kristin Stein HR Consulting

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Es ist für mich selbstverständlich, dass für alle Aktivitäten und in allen Angeboten Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden. Dies gilt für den Kreis der Teilnehmer*innen ebenso wie für alle anderen denkbaren Kontakte.

Zu Gunsten der besseren Lesbarkeit wird nur der allgemeine maskuline Plural verwendet.